Under my skin ist ein Fotoprojekt über die leisen Formen von Angst.
Im Mittelpunkt steht nicht die Angst vor einer konkreten Gefahr, sondern jene Angst, die sich über Jahre entwickelt – oft unbemerkt und tief in Erziehung, Sprache und gesellschaftlichen Erwartungen verankert.
In dem Fotoprojekt wird versucht darzustellen, wie sich Angst in unser Denken einschreibt, Entscheidungen beeinflusst und Verhalten formt – lange nachdem der ursprüngliche Auslöser verschwunden ist. Angst kann dabei auch zu einem Werkzeug werden – nicht nur, um Menschen zu schützen, sondern auch, um Verhalten zu steuern, Kontrolle auszuüben und Macht zu sichern.
Die Bilder beschäftigten sich mit Gehorsam, Kontrolle, Anpassung, Leistungsdruck, Schweigen, Scham und der Macht von Sprache. Worte wie brav oder artig stehen dabei stellvertretend für Erwartungen, die weit über die Kindheit hinaus wirken.
Under my skin richtet sich an Menschen, die in den Bildern eigene Erfahrungen wiederfinden. Nicht jede Fotografie wird dieselbe Erinnerung auslösen – doch viele berühren Situationen, die erstaunlich viele Menschen kennen, auch wenn selten darüber gesprochen wird.
Künstlerischer Ansatz
Die Bildsprache von „Under my skin“ verbindet KI, Inszenierung und digitale Bildgestaltung. Künstliche Intelligenz dient dabei nicht als Selbstzweck, sondern als kreatives Werkzeug. Sie ermöglicht Bildideen, die fotografisch nur schwer oder gar nicht realisierbar wären. Die Technik unterstützt die künstlerische Aussage – im Mittelpunkt steht stets das Thema.
Die Bilder zeigen keine realen Ereignisse oder dokumentarische Geschichten, sondern innere Zustände. Sie übersetzen Gefühle und Erinnerungen in visuelle Metaphern. Dabei entstehen Bildwelten, in denen bekannte Situationen gleichzeitig vertraut und irritierend wirken. Bekannte Situationen werden leicht verschoben, alltägliche Gegenstände erhalten eine neue Bedeutung. So entstehen Bilder, die weniger Antworten geben als Fragen stellen.
Die Reduktion auf einzelne Personen, stille Räume und symbolische Objekte lenkt den Blick auf das Wesentliche. Unschärfen, Leere und wiederkehrende Motive verstärken das Gefühl von Unsicherheit und Kontrolle.
Jedes Bild versteht sich als eigenständiges Bild und zugleich als Teil einer größeren visuellen Erzählung über Angst, Erinnerung und die unsichtbaren Kräfte, die unser Leben prägen.